Sebastian Kneipp

Sebastian Kneipp (1821 bis 1897), berühmt als „Wasserdoktor", wusste schon sehr früh, dass er Pfarrer werden wollte, und schaffte es trotz vieler Hindernisse sein Ziel zu erreichen. Als er an TBC erkrankte, heilte er sich durch eiskalte Bäder in der Donau und entwickelte später aus dieser Erfahrung ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, mit dem er Kranke heilte und dadurch zu großem Ruhm gelangte; gleichzeitig wies er immer wieder auf die vorbeugende Wirkung einer gesunden Lebensweise hin.
Eine scharfe Beobachtungsgabe und die große Zahl der Patienten verhalfen Kneipp zu einem immensen Wissen über Diagnostik und Naturheilkunde. Er hinterließ der Nachwelt wertvolle Schriften. Am bekanntesten sind: „So sollt ihr leben" und „Meine Wasserkur". Bis heute ist die gesundheitsfördernde und -erhaltende Wirkung der Anwendungen und der Kneipp-Kur unumstritten.
 

Unter dem Dachverband des Kneipp-Bundes existieren heute in Deutschland über 600 Kneippvereine mit ca. 160.000 Mitgliedern. Die Bücher von Kneipp erreichten Millionenauflagen und werden auch heute noch verlegt. Im Jahre 1920 erhielt Wörishofen das Prädikat Bad verliehen. Neben Bad Wörishofen gibt es in Deutschland noch weitere Kneippkurorte. Auch wo die Kneipptherapie nicht mehr angewandt wird, erinnern oft Namen an frühere Kneippkurorte. So gibt es im schwedischen Norrköping den Stadtteil Kneippbaden oder Kneippen, und außerhalb von Visby die Freizeitanlage Kneippbyn.

Im Jahr 1958 verfilmte der Regisseur Wolfgang Liebeneiner das Leben Kneipps unter dem Titel Sebastian Kneipp - der Wasserdoktor, mit bekannten Schauspielern wie Carl Wery, Paul Hörbiger und Gerlinde Locker. Seit 2010 wird der Geburtstag Sebastian Kneipps unter dem Namen Sebastian-Kneipp-Tag als Gesundheitstag bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geführt.

 

Lebenslauf von Sebastian Kneipp


17.05.1821: Geburt in Stephansried bei Ottobeuren. Sein Vater war Weber und in dem ärmlichen Anwesen herrschten bescheidene Verhältnisse. Schon im Alter von elf Jahren musste er Tücher weben und das Vieh der Bauern hüten.

1844: Eintritt in das Gymnasium in Dillingen an der Donau

06.08.1852: Nach dem Studium in Dillingen und München wurde Sebastian Kneipp in Augsburg zum Priester geweiht.

24.08.1852: Primiz in der Basilika des heimatlichen Ottobeuren

02.05.1855: Sebastian Kneipp kommt nach Wörishofen, wo er von nun an über 40 Jahre wirken sollte. Als Beichtvater der Dominikanerinnen im Kloster sieht sich Kneipp von Beginn an in Wörishofen nicht nur als geistlicher Beistand der Schwestern. Neben der geistlichen Tätigkeit und der täglichen bäuerlichen Arbeit sieht Sebastian Kneipp einen wesentlichen Auftrag darin, Kranken zu helfen und Gesunde vor Krankheiten zu schützen. Bereits während der Studienzeit in Dillingen und München hat Kneipp viele Begegnungen mit der Heilkraft des Wassers gehabt. Als er selbst schwer an Tuberkulose erkrankt war, hatte er sich mit kalten Bädern geheilt. Pfarrer Kneipp erforschte aber auch die Wirkung der Pflanzen und das Zusammenspiel von Nahrung und Bewegung beim Menschen.

April 1881:
Sebastian Kneipp wird Pfarrer von Wörishofen. Er zieht vom Kloster ins Pfarrhaus um. Es beginnen hektische Jahre für ihn. Er hält in ganz Europa Vorträge. Er schreibt zahlreiche Bücher. Er behandelt und forscht. Ein immer größer werdender Kreis von Ärzten, Bademeistern und anderen Helfern schart sich um Kneipp, denn längst kann er alle Aufgaben nicht mehr allein bewältigen.

1894: Eine seiner letzten Reisen führt ihn nach Rom, wo er von Papst Leo XII. empfangen wird und den Titel Monsignore erhält.

17.06.1897:
Pfarrer Monsignore Sebastian Kneipp stirbt im Alter von 76 Jahren in Wörishofen. Er hinterlässt eine einzigartige Naturheilmethode.